Paisley - was steckt hinter dem bekannten Muster?

Das Paisley Muster findet ihr auf allen möglichen Kleidungsstücken. Auf Einstecktüchern, Schleifen, Krawatten, Schals oder sogar auf Hemden. Sowohl bei Herren-, als auch bei Damenmode. Doch was genau bedeutet dieses gebogene Muster und wo kommt es her?

Was ist Paisley?

Das abstrakte Muster besteht aus einer Art Blatt mit geschwungenem Ende. Dieses spitze Ende biegt sich zur Innenseite des Blattes wieder hinein. Innerhalb des Blattes sowie an den Rändern sind meist weitere Muster wie Zacken, Wellen oder weitere kleinere Paisleymuster integriert. Meist besteht es aus vielen verschiedenen Farben und ist vergleichsweise sehr aufwendig zu designen und produzieren.

Das schottische Paisley

Der Begriff Paisley stammt aus der gleichnamigen Stadt in den schottischen Lowlands nahe Glasgow. Das Muster jedoch hat seinen Ursprung in Persien. Das dort sehr beliebte Boteh-Muster gelang über den kulturellen Austausch durch Handel über das Mogulreich nach Indien. Mit den britischen Soldaten wanderte das Muster nach Großbritannien. Der schottische Clan Hay nahm dieses Muster durch den Anführer Paul Hay in deren Tartan auf. Tartan ist das schottische Erkennungmuster, welches man an Kilts (Schottenrock) und anderen Kleidungsstücken wiederfindet.

Hay's Cousin Sir William Hay, der in der British India Army ein angesehener Offizier war, zeigte es Paul gegen 1860 n.Chr. So kam das von dem Boteh-Muster abgewandelte Paisley in die gleichnamige Stadt. Noch heute gibt es dort das Paisley Museum & Art Gallery, welches sich mit dem Muster intensiv beschäftig.

Kurz darauf verliebte sich auch Königin Victoria in das Muster und führte es in die Aristokratie Englands ein. Da ein fein gestricktes Muster aus vielen Farben nur für wenige Menschen erschwinglich war, galt es bis in die Neuzeit als Zeichen des Wohlstands.

Heutzutage findet man das Paisleymuster in allen Bereichen der Kleidung wieder.

Was macht das Paisley so besonders?

Betrachtet man ein Kleidungsstück dieses Musters, sieht man viele Farben in verstrickten Verzierungen. Man sieht den Aufwand, der hinter Design und Herstellung steht. Man sieht aber auch die lange Geschichte. Es wird deutlich, wie mehrere Kulturen, von den Persern über die Inder bis zu den Schotten, Einfluss auf ein Design ausgeübt hatten. Der lange Weg.

Zumindest unterbewusst denkt man auch direkt an Wohlstand. Ein Einstecktuch im Paisleymuster erinnert an britischen Adel, an edle Landanwesen, an das englische Reiten und die Jagd. Paisley hat aufgrund der Verschnörkelung und den meist herbstlichen Farben immer etwas Rustikales. Dieses Ländliche wirkt aber in keiner Weise ärmlich, sondern vielmehr wie der Landadel.

Wie kombiniere ich Paisley?

Diese Rustikalität des Musters wird sehr gerne mit herbstlichen Stücken kombiniert. Paisley tritt sehr gerne in dunklem Grün, Braun oder in einem Rot auf. Sehr beliebt sind Einstecktuch und Querbinder/Fliege. Doch auch Krawatten findet man oft in diesem Muster. Als Sakko empfiehlt sich ein ebenso herbstliches Muster. Entweder in Farbe, ein braunes oder ein Tweed-Sakko. Passend dazu auch gerne eine Tweedmütze. Dazu eine Chino und passende Schuhe und schon ist das Outfit perfekt.